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Medienmitteilungen

19. April 2011
 
„2000 Watt für Zug“ nicht sinnvoll und daher abzulehnen
 
Die Aktion für vernünftige Energiepolitik der Schweiz, Regionalgruppe Zug (AVES Zug) rät den Stimmberechtigten der Stadt Zug, die Volksinitiative „2000 Watt für Zug“ abzulehnen. Die Initiative ist energie- und klimapolitisch nicht sinnvoll und zu rigide. Bei Umsetzung der Initiative ist letztlich mit einer starken Ausweitung der gemeindlichen Regulierungsaktivitäten zu rechnen. Damit einhergehend wird wohl auch der Bestand an städtischen Angestellten weiter erhöht werden.
 
Die Haltung der AVES Zug wird auch von der ETH gestützt. Das Energy Science Center (ESC) der ETH hält in ihrem vor mehr als drei Jahren herausgegebenen Bericht „Energiestrategie für die ETH Zürich“ unmissverständlich fest: „Eine konkrete Zahl für den zulässigen Primärenergiebedarf anzugeben, hält das ESC der ETH nicht für sinnvoll…“. Der bewusste und möglichst zurückhaltende Umgang mit Energie ist grundsätzlich richtig und wird auch von der AVES Zug befürwortet und angestrebt. Alle Ressourcen sollen schon aus volkswirtschaftlichen Gründen sparsam genutzt werden! Wirklich entscheidend für die Umwelt ist aber nicht der Energieverbrauch als solcher, ausschlaggebend sind die dabei anfallenden Emissionen, insbesondere von so genannten Treibhausgasen (CO2, Methan etc.). Die Anknüpfung an den Primärenergieverbrauch anstelle der gesamthaft anfallenden Emissionen führt deshalb umweltpolitisch zu keiner Verbesserung.
 
Da die Umwelt-, Energie- und Klimapolitik Sache des Bundes und teilweise der Kantone ist, führt eine auf eigene Kriterien abgestützte Energiepolitik der Stadt Zug zu ungewollten Widersprüchlichkeiten, zu unnötigen Kosten und zur Aufblähung der Bürokratie. Da den Initianten klar ist, dass das 2000 Watt Ziel in den nächsten Jahrzehnten unmöglich erreicht werden kann, haben sie als Zwischenziel für das Jahr 2050 die 3500 Watt Gesellschaft deklariert. Aber auch dieses Zwischenziel ist unrealistisch. Das Energy Science Center der ETH sagt dazu folgendes: „Der Primärenergiebedarf wird im Energiesystem gegen Ende des 21. Jahrhunderts zwischen 4000 und 6000 Watt/Kopf betragen. Das genaue Mass hängt nebst der Energieeffizienz auch vom Mix der CO2-freien Primärenergieträger ab, mit welchen Elektrizität erzeugt wird .. .“
 
Die ehrliche Umsetzung der in der Initiative fixierten Ziele ist ohne grossen sozialen Rückschritt und rigide Rationierung gar nicht zu erreichen. Tatsächlich bedeutet die 2000 Watt-Initiative eine Reduktion des gesamten Energiekonsums um 70%! Dass nirgendwo auf der Welt ausser-halb der Schweiz eine entsprechende Strategie verfolgt wird, sollte deshalb stutzig machen. Seldwyla lässt grüssen!
 
Die Volksinitiative „2000 Watt für Zug“ ist ein unüberlegter Abklatsch ähnlicher Regelungen in einigen Städten der Deutschschweiz wie z.B. Zürich. Die Fixierung von 2000 respektive 3500 Watt Dauerleistung als Mass für den durchschnittlichen Energiekonsum pro Kopf in der Stadt Zug hat etwas Absurdes an sich. Darin wäre ja auch der Konsum der Industrie, Bahnen, Dienstleistungsbranche, Strassengüterverkehr, Landwirtschaft etc. inbegriffen. Wie die korrekten Zahlen hiezu in der Stadt Zug erhoben werden sollen, ist völlig unklar.
 
Die 2000 Watt Initiative enthält zudem einen schweren Konstruktionsfehler, weil sie sich auf den Primärenergieverbrauch abstützt. Dadurch wird die Nutzung der neuen alternativen Energiequellen wie Sonne, Wind etc. letztlich behindert. Bei diesen erneuerbaren Energiequellen ist die Primärenergie eben das Sonnenlicht als solches respektive die im Wind enthaltene Energie. Dieses natürliche Primärenergieaufkommen wird mit schlechten Wirkungsgraden in Strom umgewandelt, weshalb das von der Initiative fixierte Primärenergieziel schnell ausgeschöpft wäre. Wieso diese Beschränkung? Es ist ja niemand gegen die Nutzung dieser natürlichen Primärenergie!
 
Auch der Grosse Gemeinderat Zug und sämtliche bürgerlichen Fraktionen (FDP, SVP, CVP) haben die Unklarheiten und die negativen Folgen der Initiativen „2000 Watt für Zug“ erkannt und empfehlen den Stimmberechtigten deren Ablehnung.
 
Aktion für vernünftige Energiepolitik Zug (AVES Zug)
 
Bei Rückfragen:
Konrad Studerus
Medienverantwortlicher 076 381 27 20
 
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Die AVES Zug ist eine Regionalsektion der Aktion für vernünftige Energiepolitik der Schweiz (AVES, siehe unten). Der Vorstand der AVES Zug setzt sich wie folgt zusammen: Fabian Consiglio (FDP, Präsident), Werner Villiger (SVP), Markus Scheidegger (CVP), Rudolf Balsiger (FDP), Konrad Studerus (CVP) und Peter Fehr (FDP)
 
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Die Aktion für vernünftige Energiepolitik der Schweiz (AVES) setzt sich für eine sichere und wirtschaftliche Energie- sowie eine möglichst CO2-freie Stromversorgung ein. Die AVES zählt in 19 Regionalgruppen rund 6000 Mitglieder, darunter 100 National- und Ständeräte sowie zahlreiche Mitglieder kantonaler und gemeindlicher Legislativen und Exekutiven. – Dem Vorstand der AVES Schweiz gehören u.a. folgende Eidg. Parlamentarier an: SR Rolf Schweiger (zugleich Präsident, FDP, Zug), NR Elvira Bader (CVP, SO), NR Hans Killer (SVP, AG), SR Filippo Lombardi  (CVP, TI), NR Werner Messmer (FDP, TG), NR Christian Wasserfallen (FDP, BE)